«Je ne veux pas gagner ma vie, je l’ai.» Boris Vian, L'écume des jours

move to move - bewegung im bild


am 31. mai in den salles obscures zu sehen! aber im grunde, weiß ich nicht recht, was ich von diesen immer beliebter werdenden veranstaltungen halten soll. oper im kino, ballett im kino, zeitgenössischer tanz im kino. alles muss im kino verarbeitet werden, aber das kino hat doch genug eigene bilder. und dies sind noch dazu keine tanz-film oder opern-filme, sondern live übertragungen. du kannst nicht in die niederlande reisen? nicht schlimm, das kino deines vertrauens bringt dich hin. das medium kino verwandelt tanz und oper zu großveranstaltungen und verändert darin auch das medium von tanz und oper selbst, in 2D auf der Leinwand gebannt. ein ausbrechen aus dem leinwandrahmen ist nicht mehr möglich, hier und jetzt des theatersaals gibt es nicht mehr. das wird dem kino selbst auch nicht gerecht oder verändert sich der kinosaal gerade? wird es bald zwei arten von "kino" geben? das film-kino und das veranstaltungs-kino, durch das wir an egal welchen orten der welt egal welche show oder übertragung sehen können? und dann verändert das dispositif kino natürlich auch das, was das stück auf einer theaterbühne herrüberbringen würde. allein der obige trailer löst emotionen aus, die man nur in trailer-format übermittelt bekommt und meist bei großen filmproduktionen.

untergetaucht

auftauchen in naher zukunft, wenn alles abgegeben, geordnet und geschrieben ist...
disparission momentanée, mais retour prévu dans peu de temps quand l'été aura véritablement commencé et quand tout sera rendu, classé, écrit...

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"Danser, c'est s'intérroger, aller au plus profond de soir." 
(inconnu)
© Véra Iso / Centre chorégraphique national de Grenoble, "Carnet d'un rêveur" de Jean-Claude Gallotta

1001 und immer noch ein bizarres layout

auf der ersten Seite, aber gut, in Cannes hört man ja auch nicht auf, nur weil das Wetter schlecht ist.
1001 et toujours un visuel bizarre sur la page principale. mais bon, faut continuer, à Cannes non plus on ne s'arrête pas juste parce qu'il pleut.

scène mythique d'antoine doinel/ jean-pierre léaud, que j'adore

licht und körper/lumières et corps

© Roger Arpajou / Why Not Productions
der neue jacques audiard, von rost und von knochen, gerade in cannes auf der croisette, heute in paris im quartier latin gesehen, in einem bis auf den letzten platz ausverkauften kinosaal. ja, audiard, weiß, wie man die massen begeistert, spannung, emotionen & gefühle, aber nicht kitschig,  kein bisschen unecht, perfekt positionierter musikeinsatz und dazwischen viel körperlicher einsatz, viel haut, viel licht und schatten, die in lang andauernden einstellungen gefilmt werden, blendende sonne hinaus ins leben. es sollte nicht unbedingt die palme d'or geben (vielleicht für die schauspieler), aber der film ist trotzdem parfait.
le nouveau jacques audiard, de rouille et d'os, hier sur la croisette, aujourd'hui à l'ugc odéon, dans une salle de cinéma pleine à craquer. certe, audiard sait comment prendre les masses, suspens, émotions et sentiments, mais pas de kitsch, pas d'artificialité, utilisation de la musique à point et entre les images d'une luminosité intensive du sud, l'implication du corps, beaucoup de peaux, lumière et ombres filmés durant de longues séquences et un soleil aveuglant juste avant de revenir à la vie. ce n'est peut-être pas la palme d'or (sauf peut-être pour les acteurs), mais le film reste parfait.

nicht dem namen entsprechend

Getrude Käsebier, Women with Book
Gertrude Käsebier, nie gehört? Doch aber wohl ein Name, den man nicht so schnell vergisst. Und nein, kein deutscher. Käsebier ist US-Amerikanerin und gilt, soweit die Informationen aus dem Internet, als wichtigste Vertreterin des Pictorialismus. Picture it? Photographie also. Pictorialismus ist Kunstfotografie, die fotografische Fertigkeit, Emotionen und Gemütszustände im Bild festzuhalten. Käsebier studierte am Pratt Institute in New York und in Frankreich und Deutschland (entschuldidung, aber da wird sie wohl einigen Spaß mit ihrem Namen gehabt haben). Als eine der einflußreichsten Fotografinnen der 20er Jahre (natürlich auch, was gerade das Beispiel einer weiblichen erfolgreichen Fotografin betrifft), ist sie auch für ihre Portraits der Native Americans bekannt. Ich bin in der Librairie Monalisait im Marais auf sie gestoßen, besser gesagt auf eine ganze Postkartensammlung. Meine Begleitung war sich nicht sicher, ob sie sich über die teilweise auch sehr bedrückenden Portraits und Fotografien im Postkarten wirklich freuen würde. Mit gefällt gerade das ästhetisch und emotional Schwere an den Bilden und natürlich der Sepia oder Schwarz/Weiß-Filter. Passend zu meinem Hang zum geschriebenen Postweg.

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nicht über die komischen blauen unterstrichenen post-titel wundern, das ist nicht gewollt, aber gerade leider technisch bedingt.
désolée pour les titres souslignés en bleus, j'ai des soucis techniques, ce n'est surement pas un effet esthétique voulu

"qu'est-ce que je peux faire?"

" - sais pas quoi faire"
Anna Karina, Pierrot le fou

enter and exit

Yasujiro Ozu | Tokyo Story| Flower and Plant I, 2010, graphite and ink on inkjet print, 115 x 130 cm (oval), via il cinema lunare

mehr

August Diehl in "Was nützt die Liebe in Gedanken", Achim von Borris, 2004
mehr filme sehen und das nicht nur aus aktuellem cannes-anlass, sondern um mehr geschichten zu sehen, mehr gutes oder schlechtes, mehr bewegtbild, mehr bewegte zeit. also fange ich damit an, in den letzten jahren erstellte filmlisten und meine festplatten-videothek abzuarbeiten. viele filme habe ich dabei von ich weiß nicht mehr wem ich weiß nicht mehr wann erhalten. heute habe ich mir unter den deutschen filmen was nützt die liebe in gedanken herausgesucht. ein leichter und auch schöner film, wenn es auch um tod und selbstmort junger romantiker geht. es spielen die deutschen klassiker mit: august diehl, daniel brühl, anna maria mühe und jana pallaske. achim von borries verfilmt die wahre begebenheit des selbstmörderclubs, den die figuren von brühl und diehl im berlin ende der 20er jahre gegründet haben. ist man am höchsten punkt der gefühle angelangt, soll man die welt verlassen, das schwören sie sich und all diejenigen mit sich ziehen, die für das ende des glücks verantwortlich sind. leicht ist der film auch, weil er nicht in zeitclichés verfällt und die historische kulisse allzu künstliche nachzuzeichnen versucht. bei den schauspielern hebt sich eindeutig august diehl ab, daniel brühl, wenn er auch sehr gut in seine rolle passt, hat mir zu sehr diesen typischen dackelblick. aber gut, er bleibt mit dem gesicht halt der all time gute junge, kann er ja auch nix für. und dann sind da noch die farben, sepiastichig aber nicht zu sehr, neblig aber nicht zu viel, es bleibt genug raum, sich die gedanken und emotionen der jungen leute vorzustellen, die noch nicht so recht wissen, was das bedeutet, liebe und leben. august diehl kommt demnächst übrigens in einer recht ungewöhnlichen kombination auf die filmleinwand, an seiten von charlotte gainsbourg und pete doherty (ja, der trunkenbold wird jetzt auch filmstar. er wäre vom typ her auch ideal für die rolle eines idealistischen romantikers) in bekenntnisse eines jungen zeitgenossen, eine verfilmung des autobiografischen romans von alfred de musset.

finalement

j'ai envie de voir le nouveau jacques audiard de rouille et d'os. une première vision de la BA ne m'avait pas vraiment convaincu (même aimant beaucoup les films d'audiard) je n'arrivais pas à adhérer à l'histoire, mais j'ai changé d'avi. de plus que je crois qu'au fond, marion cotillard est une très bonne actrice, ce qu'on a pas vu assez ces derniers temps.
als ich den trailer zu von rost und von knochen das erste mal sah, wollte ich den film nicht unbedingt sehen, obwohl mir audiards letzter film besonders stark unter die haut ging. der inhalt, auf einem buch basierend, wollte mich nicht überzeugen. mitlerweile habe ich meine meinung allerdings geändert. und das marion cotillard im grunde eine sehr gute schauspielerin ist, glaube ich auch.

les socialistes entrent à l'élysée et king karl renverse versailles ou de nouveaux vêtements pour Merkel?

"Versailles in a Socialist France" zitiert Tim Blanks in seiner Review die Resort Collection von Karl Lagerfeld, die am 14. Mai in Versailles gezeigt wurde. Frankreichs "goldenes Zeitalter" verwandelte er in eine rebellische Rockvariante, frivoler Rokoko, aber etwas décalé, rosa Bubikopf und Richelieus zu Plateauschuhen umgewandelt. Farbtechnisch in Pastell und einem ziemlich hässlichen, staubig dreinschauendem Gold zwar nicht ganz so revolutionär, aber trotzdem habe ich mir die Entwürfe mit einem amüsierten Lächeln angesehen. Und auch hier bleibt alles cocoesque, nie verliert sich die Linie des Ursprungs. Lagerfeld möchte die französische Couture immerhin auch verkaufen, Frankreich soll nicht düster und bedrückt wirken, sondern im Gegenteil Angela jetzt erst recht Lust auf eine Erfrischung ihres Haarschopfes geben. In ein/zwei Entwürfen könnte ich sie mir in der Tat gut vorstellen. Besonders gelungen sind die langen Röcke zu Beginn, die legerere Variante des Reifrocks, ohne Mieder und auch weniger "Mad-Men"-Weibchen mäßig, wie die ganzen Midi-Röcke, die in der letzten Saison rauf und runter dekliniert wurden.

ce soir #5

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Sidi Larbi Cherkaoui, einer der gefragtesten Choreographen zur Zeit, hat sich den "Gott des Mangas" Osamu Tezuka vorgenommen und aus seinem Universum einen Tanzabend geschaffen, TeZukA. Heute Abend findet das Gesamtkunstwerk auf den Bühnen des Parc de la Villette statt. Angesichts vorheriger Spektakel wie Babel 2010, bin ich gespannt, was er aus Comicstrips und Japaneuphorie gemacht hat. Bisher hört es sich nach einer Menge Material an: Film, Tanz, Theater, Kaligraphie, Musik. Zuviel? Wir werden sehen. einen bewegten EinblicK gibt es hier...

jurys éclectiques


Mélanger les regards et les arts, c'est ce que semblent vouloir faire de plus en plus de jurys de festivals internationaux. comme a hyères il y a deux semaines, sauf en version inversée, le jury du festival de cannes 2012 contient également un homme "ectra-cinéma" et pas n'importe qui. le french classique et 24h souriant jean paul gaultier en fait parti. tout comme à hyères le réalisateur français, un peu moins all time souriant, christoph honoré était choisi pour une place "sous le soleil". espérons que ces nouvelles constellations ne sont pas uniquement faites à de finnes fins médiatiques, mais aussi pour un regard esthétique croisé, diversifiant peut-être l'approche à l'image ou à l'étoffe.
comme chaque année, cannes est à suivre sur le blog d'arte, je recommande déjà maintenant les épisodes de metropolis avec rebecca manzoni (en tout cas, si ils font comme l'année dernière).
Die blicke kreuzen und die künste, das scheint momentan das neue credo vieler internationaler jurys zu sein. vor zwei wochen noch in hyères, jetzt in umgekehrter version in der jury für cannes, sitzt dort doch nun ein "kino-außenseite" und nicht irgendeiner. der französische klassiker und immer lächelnde jean paul gaultier ist teil der jury. ebenso, wie in hyères der französische regisseur und "mode-außenseiter" christoph honoré "unter der sonne" sitzen durfte. hoffentlich ist das ganze nicht nur ein kluger mediencoup, sondern führt auch zu ästhetischen blickkreuzungen und neuen herangehensweisen an das bild oder den stoff.
wie jedes jahr kann man cannes auf dem arte blog verfolgen und ich empfehle jetzt schon metropolis mit rebecca manzoni (zumindest, wenn sie es wie im letzten jahr halten).

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On peut citer à l'infini Yohji Yamamoto dans son livre My dear bomb. Promi, c'est la dernière.

Quant aux vêtements féminins, ce que je déteste le plus, c'est le style femme chic, et le style jeune fille BCBG. Qu'est-ce que c'est ce style recherche d'emploi? C'est sans intérêt, les vêtements destinés à donner l'air d'une femme compétente ne trompent personne, sauf les DRH sur le retour. Mais après tout, c'est la vie, tout ca est sans importance.

Femmes, soyez femmes toute votre vie! Ne vivez pas sous un titre emprunté, séductrice, épouse de ..., career women. Restez femmes, juste femmes, telles que vous êtes.

Yohji Yamamoto, My dear bomb

krachen lassen-über die motivationen eines autors

schlechtes Wortspiel, aber dem sei so. Was Christian Kracht an einem Kolonialismus-Roman und dem Kokovorismus interessiert hat, ist aber auch nicht schlecht: "Eigentlich das Gesamtpanorama, die Südsee, der pazifische Raum und natürlich auch, ähm, das Meer und der Sand" ... so so, aha.
Denis Scheck erwidert daraufhin mit Foucault: "Eine Gesellschaft ohne Schiffe ist eine Gesellschaft ohne Träume." In diesem Sinne, wohlige Südsee-Träume.

a sunny day needs a fresh drink

ein schiff wird kommen

was hat es eigentlich mit diesem "tim und struppi"-design auf sich, das man im moment überall sieht. gezeichnete buchcover scheinen gerade sehr en vogue zu sein.
die neuen romane von christian kracht und michael ondaatje, hier (sendung vom 25. märz) vorgestellt von dennis scheck, sind cover-zwillinge und auch inhaltich (beschränkt man sich auf den klappentext) werden die geschichten von dampfern bestimmt, wenn auch nur kurz. mit ca. 30 jahren geschichtlichem unterschied erzählt kracht von august engelhardt, der sich zur kolonialzeit auf einer südseeinsel niederlässt. ondaatje situiert seinen recit ein paar jahre später ausschließlich auf einem kreuzfahrtschiff, eine reise in ein neues leben und nicht nur. ondaatje ist übrigens der autor des "englischen patienten". da sieht man mal wieder wie das oeuvre den autor überspielt, denn die verfilmung ist mir seit langem bekannt, von dem blonden kanadier hatte ich dagegen noch nie gehört.
in deutschland hat kracht bereits für einigen furor gesorgt. in frankreich jedoch kaum, was auch die kracht-abwesenheit im deutschen buchladen in paris erklärt. seit 2009 steht dort jedoch sein sehr gepriesener roman faserland im regal. um diesen habe ich die sehr authentische verkäuferin, urgestein aus dem rheinland würde ich tippen, nun erleichtert und bin gespannt auf "einen der wichtigsten und traurigsten texte der deutschen literatur der neunziger jahre", so florian illies in der faz.

vive les poules communistes

au marché des enfants rouge. caché dans une cours intérieure se trouve le plus ancien marché parisien, datan de 1615. une merveilleuse découverte dans le marais. l'endroit idéal pour l'apéro le soir, après avoir trouvé son bonheur, au choix, classique, marocain ou caraibe

backwards


© Anton Corbijn, Gerhard Richter, Cologne, 2010

Die stillen haben es mir angetan, nach dem Stillen Designer nun der stille Fotograf, Anton Corbijn, gerade in der Berliner Galerie Camera Works mit der Ausstellung "Inwards and Onwards" zu sehen und außerdem im Kino in dem Dokumentarfilm "anton corbijn inside out". inwards, onwards, inside, outside, es scheint, als wenn niemand so richtig wüsste, wie der Herr zu fassen wäre...

kleider und leute

Les vêtements sont fait pour être portés. Un vêtement n'est achevé qu'une fois qu'il est porté par un être de chair et d'os, qui vit l'instant avec intensité, qui aime, qui souffre, alors le vêtement rempli sa finction originelle.  (Yohji Yamamoto)

passend (mehr oder weniger) zu meiner schwarzen, stillen Lektüre Yohji Yamamotos, stieß ich auf die Ausstellung "Kleider machen Leute" im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden. 
An sich ist die Fotostrecke von Herlinde Koelbl wirklich nichts Neues. Menschen in Ihrer Arbeitskleidung zu fotografieren und später ohne diese, um zu zeigen, wie sehr das Stoffliche sie verändert hat: Tausendmal gesehen, aber es erinnerte mich nunmal an das, was Yamamoto über Kleidung und ihre Träger sagt. Kleidung kann ihren Trägern verändern, sie lebt mit ihm, wird durch ihn lebendig. Schon August Sanders lichtete im 19. Jh. Arbeiter in ihrem alltäglichen Erkennungsmerkmal, ihrer Kleidung ab. Die Bilder inspirierten Yamamoto zu seinen Überlegungen, dass Kleidung, die man gerne trägt, auch immer nützliche Kleidung sein sollte, in der man sich wohlfühlt, die sich so anfühlt und so aussieht, als wäre man seit Jahren in sie hineingewachsen, auch wenn man sie gerade erst gekauft hat und auch so, als wenn der Designer dieser Kleidung uns besser kennen würde, als wir uns selbst.

archive faits-divers

JLG, Jean-Luc Godard, de jeune âge, était cléptomane. Son plus grand explois: voler l'édition intégrale de l'oeuvre de Paul Valéry dans la bibliothèque de son grand-père pour essayer de la revendre dans la librairie d'en-face. le résultat: interdiction de revenir chez les grands-parents et exclusion partielle de la famille ...
JLG, Jean-Luc Godard entwickelte in jungen Jahren als Folge familiärer Streitigkeiten einen Hang zur Kleptomanie: er stahl die Gesamtausgabe der Werke Paul Valérys aus der Bibliothek seines Großvaters, um dieses in der Buchhandlung auf der anderen Straßenseite wieder zu verkaufen. Komisch, dass das beim Gang am Schaufenster entlang bemerkt wurde. Godard erhielt ewiges Wohnungsverbot und die Ereignisse waren der Beginn einer immer stärken Abkappselung von seiner Familie.

persona

au bar "Le Follies" à Belleville

"Plaidoyer d'un fou"

"Je suis un diable d'homme qui a plus d'un tour dans son sac"
August Strinberg, ca. 1900 via Nationalencyklopedin.se

de bon matin

Ces temps-ci, je me réveille souvent tôt. Quand il fait beau, je vais prendre le petit déjeuner dans mon café habituel, à deux pas de chez moi. Les rayons de soleil sont très doux quand le feuillage des platanes embaume l'air. Je m'installe toujours à la même place sur la terrasse, je suis toujours servi par le même garcon, il me salue toujours de la même manière et nous échangeons toujours les mêmes phrases. Je commande toujours un café au lait et une omelette. En face de moi, il y a toujours le même Monsieur qui lit son journal. Le degré d'inclinaison des rayons du soleil matinal se modifie subtilement chaque jour, au moment où un couple passe, toujours le même, avec un chien en laisse. Aujourd'hui, un homme au début de la vieillesse passe devant moi, canne à la main, béret posé de quingois sur la tête. Il se tourne vers moi.

"Vous faite du tourisme?"

Comme c'est bon, la première bouffée de cigarette du matin!

                                                               ***
                                                                              Yohji Yamamoto, My dear bomb



letzte chance - animismus


auf dem sehr zu empfehlenden Blog modekörper von Mahrekt Kupka, lass ich einen Beitrag über die Animismus-Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt. Morgen (Sonntag 6. Mai) ist die letzte Chance, diese zu besichtigen, ich würde es gerne tun: Wie unterscheiden wir Dinge von Wesen? Die Ausstellung „Animismus“ untersucht die Grenzziehung zwischen Leben und Nicht-Leben anhand ästhetischer Symptome. 
Morgen habe ich allerdings schon etwas anderes vor, ich beschäftige mich mit der Ästhetik grauer Wahlurnen und staune über die verschwenderische Papiernutzung in den Wahlbüros...
Exposition sur l'animisme au Haus der Kulturen der Welt à Berlin. J'ai trouvé le lien sur le blog modekörper de Mahret Kupka, que je recommande fortement à ceux qui comprennent l'allemand. Pour l'expo, j'irai, si j'y étais! Dernière possibilité demain (dimanche 6 mai): Comment différencier les choses des êtres? L'exposition "Animisme" explore les frontières entre vie et non-vie à l'aide de symptômes esthétiques.
Demain par contre, j'ai autre chose de prévue, j'explore l'esthétique des urnes électorales grises.

irgendwie verstörend

ich komme gerade aus dem Kino. An Tagen wie diesen, wenn sich das Wetter nicht richtig entscheiden kann, gibt es nicht schöneres, als schnell nach der Jacke zu greifen und in die nächste Vorstellung zu eilen. Noch dazu, wenn mich dort ein ebensolcher Himmerl erwartet. Und eigentlich mag ic diesen auch, eine Mischung aus Sonne und Regen, leicht blaugrau (wie die T-Shirts unten), irgendwie schleierhaft und jederzeit kann die Wolkendecke über uns aufreißen, so wie über Sandra Hüller zu Beginn dess Films "Über uns das All" (der leider die schlechte und fehlleitende Übersetzung "L'amour et rien d'autres" erhalten hat. "Above us only sky" im Englischen trifft es da besser). Hüller spielt die junge Lehrerin Martha Seibel, die kurz davor steht, mit ihrem Mann nach Marseille zu ziehen. Alles sieht perfekt aus, aber Shakespeare zu Beginn des Films ("Love is not love) kann nur heißen, dass da mehr kommen wird. Marthas Mann fährt vor, nach Marseille, kurze Zeit später steht die Polizei mit einer Selbstmordnachricht vor der Tür. Für Schauspieler empfinde ich solche Situationen immer als sehr heikel, nie oder selten habe ich das Gefühl, das sie der Realität gerecht würden. Ich weiß nicht, wie man sich in solch einer Situation verhält, aber Sandra Hüller hat diese unglaublich realistische Art, keine Gefühsduselei, keine plötzliche, ungläubige Erschrockenheit. Sie nimmt wahr und reagiert, rastet später aus und fällt schließlich ins Psychologische, als sie feststellt, dass es ihren Mann Paul so nie gegeben hat. Er war seit Jahren nicht mehr an der Universität, promoviert hat er auch nicht und die Doktorarbeit von jemand anderem kopiert. Und plötzlich, noch auf der Suche nach Paul, ist da ein anderer Mann. Der Übergang in die zweite Hälfte des Films kommt unangekündigt und schnell. Es ist eine Geste, die Martha bei Alexander an Paul erinnert, der selbe Tick, sich durch die Haare zu streichen. Oder hat Paul das kopiert oder sind sich die beiden Männer nur ähnlich? Das fragt man sich gleich und man fragt sich auch, was mit Martha passieren wird, die Alexander sofort die Tür zu ihrer Wohnung und zu ihrem Leben öffnet, ohne, dass er ihre Vergangenheit kennt. Erkennt sie in ihm ihren Paul wieder, ist Alexander Paul, verrennt sie sich oder hat sie den Verlust wirklich schon überwunden? Gerade der Zweifel am Film, nicht nur der Personen, sondern auch der Zweifel an der Inszenierung ist das, was mir gefiel. Man konnte sich nie sicher sein, genau so wenig wie im Leben, dass "halt manchmal keinen Sinn macht", wie Martha bei der Polizei zu hören bekommt. Was ist das Leben und was ist das Liebe? "Über uns das all" ist im Grunde eine One-Woman-Show, in der Sandra Hüller eine komplette Charakterpsychologie durchspielt. In eingien Momenten, wie der Faschismus-Liebe-Diskussion in einer Bar oder aber auch beim Squasch-Spiel von Alexander und Bernd, bin ich mir dann zwar doch nicht mehr sicher, ob das wirklich so gut ist, aber im Endeffekt spricht das Unangenehme im Film gerade die Wahrheiten an, nach denen wir auch suchen, die wirklichen Wahrheiten. Was das ist, das Leben und die Liebe. Und wenn man selbst auch tief sinken kann während des Films, reißt einen Jan Schomburg zum Ende mit einer unkonventionellen Musikwahl wieder in den Kinosaal zurück. Was macht ich jetzt damit, fragt sich das Publikum leicht verstört? Irgendwas suchen, im Leben und hoffen, seine eigene Wahrheit zu finden.

ce citron me hânte

© Roberto Greco, Still Live with Discus Fish
et voilà, je l'ai encore une fois trouvé en image, toujours la même courbe, toujours la même "aisance" en tombant de la table à décoration baroque. cette fois-ci c'est le photographe Roberto Greco qui, en reconstitution du classique de la nature morte, prend le mot à la lettre et rajoute aux images des rats morts, ou juste soûlent...

Hyères 2012 - Die Gewinner #2 la photo

Blick aus dem Jardin Cubiste von Guévrékian in den Ausstellungsraum
Nicht nur auf Seiten der Mode wurden Preise vergeben. Unter Leitung von Michel Mallard gab es auch bei den jungen Fotografen einige Überraschungen. Meine Favoriten waren wie immer nicht unter den großen Gewinnern, was ich sehr schade und teilweise auch sehr unverständlich finde.
Der große Preis der Jury ging an Jessica Eaton und ihre kubistische PC-Photographie, die mich wirklich unter keinerlei fotografischen Aspekten anspricht. Der Preis digitale Photographie unter Schirmherrschaft von LVMH  ging an Florian van Roekel, verdient. Er gibt Einblick in das Büroleben und richtet unser Augenmerk auf die kleinen Details, vom wehenden Jacket bis zu den Überresten der letzten Abteilungsfeier. Außerdem hat er mit How Terry likes his coffee ein gutes Booklet präsentiert. Der dritte Preis, vergeben von der New Yorker School of Visual Arts wurde an Namsa Leube vergeben und ihr in gewisser Weise auch an Modeinszenierung erinnerndes Projekt YaKaLaBen.

Le soir aux salins (prochain arrêt: Berlin)

Le gagnant du prix Chloé/Gewinner des Chloé-Awards: Steven Tai
Wie im vergangenen Jahr fand die Show Abends auf dem Gelände der ehemaligen Salzgewinnungsanlage statt, im Haupthangar. Verglichen zum letzten Jahr hat sich dort einiges getan und man merkt, dass in diesmal einige neue Markennamen mit von der Modepartie/y waren. Der Catwalk wurde am Boden weiß gestrichen, der Backstage-Bereich nicht mehr nur durch schwarze Vorhänge, sondern durch ebenfalls weiße Wände abgetrennt und das Podium zur Preisverleihung hat sich gleich mal vervierfacht. Kein Gedränge mehr zum Ende hin, sondern auf 2 großen Leinwänden wurde alles für jeden sichtbar übertragen.
Einer dieser neuen Partner ist das Modehaus Chloé, das seinen eigenen Preis ausgeschrieben hat. Aufgabe der Designer war es, einen Look im Stil  der Marke zu entwerfen. Die 10 Chloés wurden zum Ende der Show, vor den Gewinnern des letzten Jahres Léa Peckre und Céline Méteil präsentiert. Wer gerade nicht das gesamte Lookbook von Chloé vor Augen hat, ein Klick.
Und ganz EXKLUSIV lese ich gerade, dass der Gewinner Steven Tai, über den hier Géraldine Dormoy für den Express berichtet, dank der Beteiligung von Mercedes Benz, an der nächsten Berliner Fashionweek teilnehmen wird. Auf nach Berlin!

Hyères 2012 Day 1

Und schon liegt der Süden wieder hinter mir. Der Übergang von Festivalstimmung, Meerblick, Rosé und frischen Oliven zu Metro, Schreibtisch und "Pariser Zeitplanung" fällt etwas schwer, aber der Schreibtisch ist vielleicht genau das Richtige gegen die Post-Hyères-Depression. Immerhin konnten wir die Sonne mitbringen und wie in jedem Jahr viele neue und schöne Kontakte, mit denen man in Paris in Riviera-Nostalgie schwelgen kann, bis zum nächsten Rendez-Vous.
Der Reihe nach begann das Mode-Festival (von der Fotografie habe ich wie in jedem Jahr wieder weniger mitbekommen) am Freitag morgen für die 10 jungen Designer mit der Präsentation von der Jury, unter weisem Blick Yohji Yamamotos. (leider habe ich es nicht zu allen Präsentationen geschafft, das kommt davon, wenn man en mode vacances nach Hyères fährt, da zieht das Sonnenfrühstück schon mal in die Länge).

Hyères 2012 - die Gewinner #1

Bevor ich die drei Tage des Mode- unf Fotografiefestivals noch einmal Revue passieren lasse, hier schonmal die wichtigste Nachricht, der große Preis der Jury ging an die verrückten, dem Farbrausch verfallenen, aber sehr erfrischenden Finninnen (so?) Siiri Raasakka, Tiia Siren und Elina Laitinen, die sowohl auf dem Laufsteg, als auch bei der Jurypräsentation die feingeschliffenen Regeln über Bord warfen. Überrascht hat es mich trotzdem etwas. (wie immer, etwas verschwommene, aber aus der ersten Reihe mit viel "Liebe" aufgenommene Bilder)
Den Publikums-Preis, sowie den Preis von Première Vision bekam Ragne Kikas. Eine gut gearbeitete Kollektion, ja, aber leider sehr den Gewinnerinnen der letzten Jahre, Léa Peckre und Sandra Backlund ähnelnd und die Meinung teilten einige der Besucher.

"Célébrer l'infinie chorégraphie de la vie"

"Je crois que la danse est l'une des formes d'expression les plus honnêtes, que nous devons chérir : car lorsque les gens dansent, que ce soit dans un ballet, une battle hip hop, un spectacle expérimental de danse contemporaine ou simplement dans une discothèque, ils se lâchent, et rarement alors les mensonges peuvent se déployer, les masques se porter. Les gens se reflètent les uns les autres constamment mais quand ils dansent, ce qu'ils reflètent sans doute le plus est ce moment d'honnêteté."
Sidi Larbi Cherkaoui est l'invité d'honneur pour fêter la 30ème Journée Internationale de la Danse, aujourd'hui, 25 avril, de l'Institut Internationale du Théâtre. En mai Larbi Cherkaoui présentera son nouveau spectacle TeZuKa à La Villette de Paris, places reservées...!! Pour ce spectacle il a une fois de plus dépassé son champs artistique, travaillant cette fois avec le "dieu" du manga japonais Osama Tezuka. De toute facon, le stil du chroégraphe franco-marocain est difficilement saisissable, mais ensemble avec Akram Khan il est certainement l'un des chorégraphes contemporains les plus acclamés.